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Gedanken: Ich bin da

Der folgende Text wurde mir per Email zugeschickt. Die Verfasserin möchte anonym bleiben.

„Ich bin da
 
Dein Leib erzittert in der Nacht
Verschlafen bin ich aufgewacht
Wie ein Ertrinkender klammerst du dich
Fester und fester und fester an mich
 
Und ich bin da
Dein Atem ganz nah
Alles wird gut
Schlaf wieder ein
Du bist nicht allein
 
Deine Glieder sind schwer, viel schwerer als Blei
Alles egal, alles einerlei
Deine Augen sind trübe, der Bildschirm ist aus
Und trotzdem starrst du schon seit Stunden darauf
 
Und ich bin da
Streichle dein Haar
Alles wird gut
Du lügst, wenn du sagst, es ist okay
Und ja, es tut weh
Aber du bist nicht allein
 
Du runzelst die Stirn, hast es wieder vergessen
Der Gedanke verschwindet und du bist besessen
Von der nächsten großen, fixen Idee
Deren Weg ich mit dir Huckepack geh
 
Und ich bin da
Meine Arme werden lahm
Und ich werde müde
Aber alles wird gut
Ich schlepp uns voran
Wir kommen schon an
Du bist nicht allein
 
Du berührst mich nur noch
Als wär ich ein Stein
Du vermisst mich zwar doch
Aber mehr kanns nicht mehr sein
Ich sehne mich so sehr darum
Belaste dich nicht, werde nur stumm
 
Und ich bin da
Verständnisvoll klar
Und schluchze allein
Und fühle mich klein
Wenn du nicht hier bist
Aber alles wird gut
Muss mich nur stark geben
Und niemals aufgeben
Und wenn ich niemandem zeige
Wie sehr ich leide
Und Schwachstellen meide
Dann bist du nicht allein
 
Die Welt ist tonlos um dich her
Du siehst nur deine Spiele, nicht mehr
Du lachst, wenn du deine Welten baust
Sonst bekommst du kein Lächeln heraus
Keine Freude oder Begeisterung mehr
Bis zur bunt-virtuellen Wiederkehr
 
Und ich bin da
Ganz unsichtbar
Versuche zu reden
Ernte nur Schweigen
Aber alles wird gut
Gib mir deine Lasten
Ich muss nicht rasten
Ich nehm sie dir ab
Meine Zeit wird knapp
Und ich dreh langsam ab
Und laufe behände
Mit dem Kopf gegen Wände
Geh blutig zu Boden
Und steh wieder auf
Und tu was ich kann
Und strenge mich an
Und kann langsam nicht mehr
Und es wird so schwer
Und es wird immer mehr

Und fühle mich
Als schlucke ich Klingen
Und verblute langsam von innen
 
Aber ich bin da
Und alles wird gut
Du bist nicht allein
 

 
Du suchst deine Freiheit, drehst dich von mir fort
Ich bin nicht richtig, du brauchst andere dort
Du schiebst mich weg, denn ich bin zu viel
Gehst allein aus und ziehst die Tür ran hinter dir
Es ist nicht wegen mir
Aber sonst gehst du unter und musst hier raus
Sonst hältst du das alles nicht mehr lange aus
 

 
Und ich bin da
Doch ich bin alleine
Ich sitze im Dunkeln
Und zittre und weine
Wird alles gut?
Ich bin so leer
Mein Kopf, mein Herz
Alles so schwer
 

 
Aber
Ich bin da
Du warst nie allein
Und jetzt sind wir wohl auch
Im Dunkel zu zwein
 
Und alles wird gut
…“

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Die Andere

Und wieder ein Text von „Elfenflügel“.  Wer seine Texte hier gerne veröffentlicht haben möchte, sollte mir einfach eine email schicken 😉

„Ich war immer da für Dich.
Jetzt stehst du hier und sagst, du liebst mich.
Wenn du mich doch liebst, warum war sie dir dann wichtiger?
Ich hab alles versucht, hab alles getan.
Jetzt will ich nicht mehr. Will, daß Du auch mal etwas tust!
Und Dein Handy klingelt wieder, sie ist dran.
Die Frau, die alles für dich tat, die Dich verehrt hat, ist plötzlich unwichtig – denn nun siehst Du nur noch sie
Du schreibst mit ihr, telefonierst täglich stundenlang mit ihr, doch was ist mit MIR?
Ich bin Dir nicht mehr wichtig, das zeigst du jeden Tag;
jedesmal, wenn du sie mir vorziehst.
Du redest Dir ein, es ist Freiheit, mit ihr zu schreiben, mich zu vernachlässigen.
Doch du wirst mir immer fremder dadurch. Entfernst dich immer mehr!
Du warst einmal so glücklich, hattest inneren Frieden.
Doch seitdem du dauernd mit ihr abhängst, frag ich mich, wo ist all das geblieben?
Du wurdest einmal mitgezogen von meinem Glück, warst wie ein kleiner Junge.
Doch irgendwer scheint Dir eingeredet zu haben, daß Du nicht glücklich sein darfst und daß Du Dein Glück unbedingt zerstören musst …
Deine Worte, sie bohren sich in mein Herz, wie ein stumpfes Messer!
Ein Messer, das ich rausziehe, weil ich mich selbst retten muß, meine Wunden vernarben lassen muß.
Wie kannst Du das nur tun, wovor hast Du solche Angst?
Warum hast Du Angst vor Berührungen, Angst vorm glücklich sein?
Du weißt, was auch passiert, ich lasse Dich niemals mehr allein …!“

Ich persönlich finde diese Zeilen sehr ergreifend! Was meint ihr?

 

Selbstzerstörung

„Sie kennen mich nicht, kennen Dich nicht – kennen uns nicht …

Und dennoch haben sie immer weiter auf Dich eingeredet, so dass Du Dir eine eigene Welt zum Schutz aufgebaut hast und die Realität aus den Augen verloren hast.

Sie haben Dich krank gemacht durch ihr Reden – und damit hast Du mich krank gemacht.

Warum tust Du das?

Ist es Dein Selbsthaß? Ist es der Haß auf sie, den Du nun auf mich projezierst?

Willst Du mich leiden sehen, damit es Dir besser geht, weil Du eigentlich Dich selbst leiden sehen willst?

Immer, wenn Du rausgehst, um Spaß zu haben, hast du danach schlechte Laune.

Machen sie Dich immer kränker oder Deine Gedanken, Dein Selbsthaß?

Du war früher anders … Warst spontan, lebenslustig und Familie ging Dir über alles.

Heute lebst Du nur noch für Dich selbst.

Konsequenzen missachtest Du, forderst sie sogar heraus.

Wo ist Dein Lebensmut geblieben?

Du wurdest einmal von meiner guten Laune und meinem Lachen mitgezogen –

Heute tust Du alles dagegen, willst dass es mir schlecht geht – nur warum?

Willst Du die Sonne in Deinem Leben streichen?

Willst Du Dich selbst für irgendetwas strafen? Wenn ja, wofür?

Aber wenn Du doch alles mit einem Schlag zerstören willst, was Dir je wichtig war im Leben … wofür willst Du dann in Zukunft leben …?“

Vielen Dank an „Elfenflügel“ für diesen ergreifenden Text!

Bedrohliche Schatten

Vielen Dank an „Elfenflügel“ für die Einsendung eines weiteren Textes:

Still liegst Du da und starrst ins Leere.
Du sagst, es geht Dir gut, doch jeder, der Dich wirklich kennt sieht, daß dies eine Lüge ist.
Du bist hier bei uns und doch ganz weit weg.
Wie oft habe ich versucht, Dich wieder ins Leben zu holen.
Mit Dir feiern zu gehen, wieder Paar zu sein … doch Du läßt mich einfach nicht.
Unsere Freunde reden über Dich und fragen sich, was los ist … Doch ich kann ihnen keine Antwort geben …
Sie reden von Depressionen, von Midlifecrisis – und ich tendiere dazu, ihnen Recht zu geben.
Ich sehe wie Du Dich verändert hast – und ja, Dein Verhalten hat mich stark geprägt!
Ich habe mir lange Deine Sorgen angehört und Deine Probleme für Dich gelöst.
Ich habe immer alles getan, was Du wolltest, doch es wurde immer schlimmer mit Deinen Launen.
Ich sehe, wie Du lachst – aber ich sehe auch, wie aufgesetzt dieses Lachen ist.
Nur, weil Du denkst, daß unsere Freunde Dich lachen sehen wollen.
Du bist zu dem geworden, was Du zu sein vorgibst – einer lachenden, leeren Hülle …
Deine zynischen und abfälligen Bemerkungen und Dein negatives Wesen jeden Tag werden aber ab jetzt ignoriert!
Ich lasse mich nicht mehr von Deiner Laune runterziehen und ich werde auch nicht mehr auf die Sachen eingehen, die Du absichtlich tust und sagst, nur um mir weh zu tun – um DIR selbst weh zu tun …?
Ich werde meine Energiereserven wieder an positiven Menschen aufladen – und entweder wirst Du vom Strudel meiner positiven Energie mitgezogen, oder …

Zweites Ich

Hier ein weiterer Text von Elfenflügel“:

Ich sehe, wie Du neben mir sitzt, doch Du siehst mich nicht.

Du flüchtest Dich in Deine kleine Fantasywelt, wo nur meine Freundin und Dein Handy drin Platz haben …

Ich versuche, mit Dir über uns zu sprechen – doch Dir wäre es am Liebsten, wenn ich überhaupt nicht existieren würde …

Für unsere Tochter bist Du phasenweise da, machst Blödsinn mit ihr und tust so, als wärst Du fröhlich – aber uns beiden gibst Du nicht mal eine Chance.

Ich fragte Dich, ob Du Deinen Kopf mal von einem Neurologen untersuchen lassen kannst  die ständigen Gefühlswechsel, die Sachen, die Du immer wieder sagst, um mich zu verletzen, mit denen Du unsere Ehe auf‘ s Spiel setzt … Kommen sie von Deiner Krankheit oder von Deinem Kopf?

Ich verzweifle langsam an Dir und fühle mich so hilflos, weil nur ich sehe, was kaputt geht und Du scheinbar nicht …

Oder machst Du das mit Absicht?

Ich bin so hilflos, weil ich Dir nicht helfen kann und dränge Dich mit meinen Versuchen scheinbar noch weiter von uns weg.

Wer hilft mir? Wer sagt mir, was ich tun kann?

Du warst immer schon etwas neben der Spur, mit einem starken Drang zur Selbstzerstörung – aber nun ist es besonders extrem!

Willst Du Dich selbst bestrafen, indem Du MIR weh tust?

Wenn Du wüßtest

Im Folgenden findet ihr ein Gedicht von einer Angehörigen. Sie hat versprochen, in Zukunft noch weitere Texte für diese Seite zu schreiben, also nenne ich sie einfach „Elfenflügel“ …:

“ Wenn Du wüßtest

Wenn Du wüßtest wie gerne ich wieder mit Dir lachen würde – aber wir können es gerade nicht.

Wenn Du wüßtest, wie sehr ich Deine Nähe, Deine Wärme vermisse – aber ich kann es Dir nicht sagen.

Wenn Du wüßtest, wieviel Sorgen ich mir um Dich mache, wenn Du ins Auto steigst und down bist – aber ich kann es Dir nicht sagen, weil ich Dich mich bemuttern will, nicht einengen.

Wenn Du wüßtest, wie gerne ich jetzt mit Dir Sex hätte – aber ich kann es Dir nicht sagen, weil ich Dich nicht überfordern will.

Wenn Du wüßtest, wie einfach wir beide es eigentlich hätten – aber das haben wir nicht … Das läßt Deine Krankheit nicht zu …

Wenn Du wüßtest, wie traurig mich das alles macht … Und wie glücklich DU mich machst … „

Tabletten – Antidepressiva und andere Sorgen …

Wie sind Eure Erfahrungen? Ich habe mal ein wenig gezielt gegoogled und festgestellt, daß zB bei dem beliebten, schnell verschriebenen Antidepressiva „Citalopram“ immer wieder Nebenwirkungen im Bereich Übelkeit, Höhenflug und Gleichgültigkeit, Schüttelfrost, Herzrasen uvm gibt.

Wie sieht das bei Euch aus? Nehmt ihr Medikamente? Hattet ihr Nebenwirkungen? Habt ihr vielleicht auch die falschen Tabletten genommen und Höhenflüge, anstatt am Boden zu bleiben?

Wie immer gilt: Wenn ihr anonym bleiben wollt, schreibt mir einfach eine email oder eine PN über Facebook und ich veröffentliche Eure Antwort unter meinem Namen …

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