Angehörige

Angehörige von Depressionskranken

Wenn man mit einem Depressions-Kranken zusammenlebt (zB. dem Partner) ist es nicht leicht – jedesmal, wenn sich diese Person zurückzieht, weint, wütend wird und rumschreit – jedesmal ist man total verzweifelt (hillflos), weil man nicht wirklich helfen kann.

Man kann für diese Person da sein, ihm / ihr beistehen, doch meistens wollen Depressionspatienten dies nicht. Wenn sie wieder ein richtiges Tief haben, möchten sie keine Nähe, sondern laufen davor davon (zB. ins Nebenzimmer), um alleine zu sein.

Kurzum: Egal, was man macht, in den Augen des Patienten macht man ohnehin alles falsch. Dies kann eine enorme emotionale, aber auch körperliche Belastung für die Angehörigen sein.

Häufige Probleme sind zB.:

– Die negative Stimmung breitet sich auch auf Euch aus. Ihr werdet von den Depressionen des Angehörigen komplett runtergezogen.
– Das Sexleben läßt stark nach oder fällt sogar ganz aus. Es gibt immer weniger, bis gar keine Zärtlichkeiten mehr.
– Gesellschaftliche Isolation. Euer Partner zieht sich immer mehr von Freunden und Bekannten zurück. Und ihr auch.
– Er / Sie hat Selbstmordgedanken. Ihr lebt in ständiger Angsst, daß er / sie sich etwas antun könnte.
– Es kommt immer häufiger zu Streit bzw. Euer Partner ist immer gereizter, baut eine unsichtbare Mauer um sich herum und lehnt Eure Nähe immer mehr ab. Ihr seid oft enttäuscht davon und verbittert.
– Euer Partner klagt ständig über Schlafstörungen, Schmerzen, usw.
– Ihr habt immer mehr Streß, weil Euer Partner seine Aufgaben nicht mehr erfüllt. Ihr versucht ihm abzunehmen, was er gerade nicht tun kann, doch es wird immer mehr.
– Einsamkeit. Euer Partner lehnt immer öfter ab, etwas gemeinsam zu unternehmen. Hobbys werden vernachlässigt oder ganz aufgegeben. Der Ausgleich schwindet.
– Euer Partner schläft sehr viel bzw. liegt oft und lange im Bett. Ihr macht Euch Sorgen.


Tipps, damit ihr nicht mit runtegezogen werdet:

– Informiert Euch über Depressionen! Nutzt das Internet, die Medien oder sogar ärztliche Fachkompetenz.
– Gehen muß Euer Partner selbst, aber ihr solltet ihm definitiv raten, sich auf Depressionen untersuchen zu lassen. Ganz unverbindlich und ohne Zwang. Macht ihn auf Situationen und Reaktionen aufmerksam, die er vielleicht gar nicht so registriert oder wahrhaben will.
– kein Mensch ist ohne Fehler! Wenn ihr enttäuscht seid, wütend über die Reaktionen / Aktionen des Partners, dann laßt Eure Gefühle zu. Wenn ihr alles in Euch reinfrißt, geht es Euch nur schlechter. Redet mit Freunden, mit Familienangehörigen. ihr könnt Eurem Partner nicht immer helfen und nicht immer 100%ig reagieren – das muß euch bewußt werden!
– Grenzt Euch nicht aus! Trefft Euch weiter mit Freunden, nehmt Euch Zeit für Euch selbst. Nur so könnt ihr neue Kraft tanken, um Eurem Partner beizustehen.
– Hilfreich kann es auch sein, zu einer Selbsthilfegruppe in Eurer Nähe zu gehen und mit anderen Angehörigen darüber zu reden.
– Lösungsvorschläge könnt ihr machen, doch umsetzen muß Euer Partner sie selbst!

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