Archiv für den Monat Oktober 2012

Bei Depressionen bitte Hilfe annehmen

Depressionen

Depressionen – Hilfe annehmen

Die Vergangenheit loslassen

Wieder sonnige Tage

Guten Morgen, liebe Onlinefreunde!

Angesagt (zumindest bei uns) sind heute knapp 20 Grad, etwas bewölkt, aber sonnig! Auch die nächsten Tage soll es (zumindest bis Montag) wieder warm und sonnig werden … Werdet ihr die Tage nutzen?

Tankt doch ein wenig Sonne …. Lauft einfach mal so barfuß über den Rasen, hängt Eure Füße in einen Brunnen (bitte OHNE Schuhe! 😉 ) oder setzt Euch mit einem guten Buch unter einen Baum …

Bevor es wieder richtig kalt wird, sollten wir alle das Wetter genießen 🙂

 

Tabletten – Antidepressiva und andere Sorgen …

Wie sind Eure Erfahrungen? Ich habe mal ein wenig gezielt gegoogled und festgestellt, daß zB bei dem beliebten, schnell verschriebenen Antidepressiva „Citalopram“ immer wieder Nebenwirkungen im Bereich Übelkeit, Höhenflug und Gleichgültigkeit, Schüttelfrost, Herzrasen uvm gibt.

Wie sieht das bei Euch aus? Nehmt ihr Medikamente? Hattet ihr Nebenwirkungen? Habt ihr vielleicht auch die falschen Tabletten genommen und Höhenflüge, anstatt am Boden zu bleiben?

Wie immer gilt: Wenn ihr anonym bleiben wollt, schreibt mir einfach eine email oder eine PN über Facebook und ich veröffentliche Eure Antwort unter meinem Namen …

Eure Erfahrungsberichte mit Depressionen sind gesucht!

So, da das Thema momentan wieder mehr wie aktuell ist, würde ich Euch bitten, mir mal Eure Erfahrungen aufzuschreiben.

Was war markant in Eurer Krankheit (oder ist es noch), wie habt ihr Euch verhalten als Angehöriger, welche Schwierigkeiten habt ihr bisher (gemeinsam) überstanden oder was ist bei Euch durch die Krankheit kaputt gegangen?

Wer dies alles nicht öffentlich schreiben möchte, kann mi

r gerne (an diese Seite) eine PN schreiben und ich veröffentliche dann Eure Texte anonym.

Nur wer sich helfen läßt und diese Krankheit mit Hilfe eines Facharztes angeht, kann auch irgendwann wieder „normal“ leben. Sich helfen zu lassen ist KEINE Schande – nicht dazu stehen und flüchten ist allerdings echt schwach … Also steht dazu und kämpft für das, was ihr wollt – ein normales Leben ohne Angst, ohne Minderwertigkeitskomplexe, ohne Wutanfälle und Agressionen!

Erfahrungsbericht: Claudia Fromme

Folgender Text wurde uns von www.seelen-licht.eu übermittelt:

„Ich schicke euch meine Geschichte. Gerne dürft ihr sie auf eurer Seite veröffentlichen. Vielleicht kann sie dem ein oder anderen etwas Mut geben für Veränderungen….Ihr habt ein tolle Seite! Gefällt mir sehr:

Meine Geschichte:

Am 21.12.2008 war unsere Familie (Felix 10, Annika 13, Micha 40, ich (39) auf dem Weg in die schönste Zeit des Jahres. In unseren wohlverdienten Skiurlaub. Wir waren voller Freude, sollten wir doch Weihnachten mit Freunden im Schnee verbringen. Kurz vorm Ziel brach unser Wagen auf einer Landstraße aus und ein VW-Bulli rammte in die Beifahrerseite.

Mein Mann und Annika verstarben an diesem Sonntag. Annika um 12:35 Uhr und Micha um 16:15 Uhr. Ich selber war lebensgefährlich verletzt und mein Sohn hatte wie durch ein Wunder nur eine Nasenbeinprellung. An den Unfall kann ich mich nicht mehr erinnern, nur an die Situation dass unser Auto schleuderte und ich keine Kontrolle mehr darüber hatte. Den eigentlichen Aufprall und die Rettung danach ist mir nicht mehr im Gedächtnis.

Ich lag sechs Wochen im Krankenhaus, zweieinhalb davon in Österreich. Mittlerweile bin ich wieder recht fit. Meine wunderbaren Menschen sind jetzt nicht mehr da. Als ich am Unfalltag auf der Intensivstation zu mir kam und man mir als erstes die Nachricht von Annikas Tod überbrachte sagte ich: Ich nehme das Schicksal an. Es war meine Stimme und mein Mund der sprach, aber ich erschrak und es kam mir vor, als würde meine innere Stimme sprechen.

Tags drauf erfuhr ich vom Tod meines Mannes. Ich fühlte mich tatsächlich erleichtert, denn Annika war nun nicht mehr alleine. Meinem Sohn erklärte ich dass die zwei vorgegangen sind.

In der Silvesternacht hatte ich ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Ich wachte kurz nach Mitternacht auf. Das Feuerwerk über Innsbruck war im vollen Gange. Anstatt von starken Schmerzen geplagt zu sein fühlte ich mich als würde ich in warmen Sand liegen. In meinem Körper breitete sich eine unglaublich Wärme, ja Hitze aus die so angenehm war. Ich hatte das Gefühl ich würde leuchten und verspürte so ein Glücksgefühl in mir, es ist schwer zu beschreiben aber noch nie im Leben habe ich ein solches Glück, eine solche innige Liebe gespürt. Ich wusste es hat mit meinen beiden Engeln zu tun und da war mir klar, dass es ihnen gut geht und ich die zwei loslassen kann. Ich spürte eine unheimlich Kraft in mir und täglich denke ich an diese Nacht zurück.

Lange habe ich nach Worten für dieses Gefühl gesucht, jetzt weiß ich dass ich in dieser Nacht Gottes Liebe erfahren durfte.

Ich habe in Innsbruck im Krankenhaus wunderbare Menschen kennengelernt und durfte dort in der Ferne erfahren, wie meine Freunde in der Heimat an mich dachten. Ihr Mitgefühl war und ist immer noch unglaublich. Ich habe trotz aller traurigen Momente einen inneren Frieden gefunden und vertraue dem Leben.

Ich war mir selber nicht bewußt, dass ich so mit dem Tod umgehen würde. Zwei Tage vor dem Unfall sprach Annika von ihrem Tod. Sie war abends noch bei ihrem besten Freund, sie gaben sich ihre Weihnachtsgeschenke und als ich Annika später abholte und wir zwei nach Hause fuhren sagte sie: „Kevin möchte garnicht dass wir in den Skiurlaub fahren. Er hat Angst, dass mir was Schlimmes passiert. Mama, du musst mir versprechen, wenn ich sterbe ruf bitte als erstes Kevin an.“ Mir ist fast das Herz stehen geblieben. Ich habe meine Tochter angefahren nicht so einen Unsinn zu reden. Und wenn so etwas Schlimmes geschehen würde, würde ich mit Sicherheit nicht an Kevin denken.

Am Unfalltag habe ich natürlich an Kevin gedacht und daran dass es irgendwie Annikas Testament war…

Ich habe es in die Wege geleitet dass er informiert wird.

Ich habe seitdem sehr viele tolle Bücher gelesen, u.a. Keine Seele geht verloren von Bernard Jakoby. (Hilfe und Hoffnung bei plötzlichen Todesfällen und Suizid)

Das 4. Kapitel ist dem Tod von Kindern gewidmet. Dort beschreibt er sehr eindrucksvoll über die Vorahnungen von Kindern kurz vor ihrem Tod. Ein sehr eindrucksvolles Buch, was ich empfehlen kann.

Ich weiß mittlerweile, dass manche Erfahrungen die wir im Leben machen dürfen unausweichlich sind. Gewisse Eckpunkte in unserem Leben sind einfach festgelegt. Manche nennen sie Schicksal oder Unglück, Pech oder Zufall. Egal wie, diese Ereignisse treten in unser Leben, man ändert nichts daran.

Dabei ist der Mensch doch frei?! Wie passt das zusammen? Haben wir nicht unseren eigenen freien Willen, nachdem wir leben können. Wie soll das gehen, wenn einiges in unserem Leben einfach vorbestimmt ist?

Ich sag euch, wie ich es sehe:

Unser Unfall und die Tatsache dass Micha und Annika gegangen sind, dem konnte ich nicht aus dem Weg gehen, es war unausweichlich. Aber ich alleine habe die Wahl zu entscheiden wie es weitergeht.

Ich kann den Weg des Leids wählen, aber ich habe auch die Möglichkeit das Glück zu wählen.

Ganz bewußt habe ich mich dafür entschieden wieder glücklich zu sein. Ich spürte bereits am Tag des Unfalls auf der Intensivstation, dass noch Schönes auf mich wartet. Ich habe immer daran geglaubt. Das unsere Gedanken von heute die Wirklichkeit von morgen sind habe ich am eigenen Leib erfahren!

Jeder Mensch hat es verdient glücklich zu sein und hat es ganz alleine in der Hand es zu leben oder eben auch nicht.

Nicht andere Menschen oder Umstände machen uns glücklich oder unglücklich, nur wir alleine sind es! Dies ist eine der vielen Erkenntnisse, die ich aus meinem Schicksal lernen durfte und ich handele danach.

Ich habe JA zum Tod von Micha und Anni gesagt und kann daher auch JA zu meinem Leben sagen.

Für mich schließt das eine das andere nicht aus.

Ja, ich lasse glückliche Momente zu. Ich kann mich an tausend Kleinigkeiten erfreuen. Sogar intensiver als vor dem Unfall.

Oft höre ich immer die eine Frage: „Wie kann man damit leben?“

Gibt es da etwas, was einen trösten kann, bei all dem Leid?

Ich trauere um zwei wundervolle Menschen, meinen Mann und meine Tochter. Es hinterlässt eine riesige Lücke, in meinem Leben, in meinem Herzen. Und diese Lücke, die sich auftut ist so gewaltig, dass es keine Worte dafür gibt. Die Trauer ist zu meinem täglichen Begleiter geworden.

Bei der Trauerfeier sprach der Pfarrer in seiner Predigt von Trauer, die ins Leben weist. Das Felix und ich zurück ins Leben müssen. Das habe ich mir zu Herzen genommen. Ich gehe diesen Weg, nun schon seit mehr als zwei Jahren.

Ich hörte mal folgenden Satz:

Mit der Zeit nimmt die Seele die Farbe deiner Gedanken an.

Er hat mich aufhorchen und nachdenken lassen. Was ist damit gemeint? Wenn ich immer düstere Gedanken habe färbt es also auf meine Seele ab. Und was heißt das im Umkehrschluss? Wenn ich also positive Gedanken habe, ist auch meine Seele, also mein ICH eher positiv.

Wie bitte kann ich nach so einem Verlust überhaupt nur einen positiven Gedanken zulassen.

Ja, darf ich das überhaupt? Ich sage ja, denn wer bitte schön, wenn nicht ICH hat das sonst zu entscheiden?

Wenn ich von meinem Verlust spreche benutze ich sehr selten die Worte Tod oder Sterben. Ich habe es mir angewöhnt lieber zu sagen: Mein Mann und meine Tochter sind ins Licht gegangen, sie sind vorgegangen, sie haben ihren Körper verlassen. Es bedeutet nichts anderes, aber meine Seele sieht etwas anderes, wenn ich vom Licht spreche als vom Tod.

Oft spricht man davon zwei Menschen verloren zu haben. Um etwas zu verlieren, muss man es besessen haben. Aber habe ich Micha und Anni wirklich besessen? Sie waren ein Teil meines Lebens, ein sehr wichtiger Teil, aber beide gehörten sich, wenn ich ganz ehrlich mit mir bin, letztendlich nur sich selbst. Ich versuche mich daher mit dem Gedanken anzufreunden es so zu sehen, dass sie hier bei uns in der Familie zu Besuch waren. Ich bin dankbar diese wunderbaren fröhlichen aufgeschlossenen Menschen kennengelernt zu haben. Das hilft mir persönlich sehr. Sie sind nicht verloren, sondern sie sind nur auf der anderen Seite und haben mich an ihrem Leben hier auf der Erde teilhaben lassen. Danke dafür, liebe Annika, danke lieber Micha!

Meine Neugierde wurde geweckt für spirituelle Themen, was mich ebenfalls tröstet.

Davon zu lesen, was geschieht wenn wir sterben, was danach kommt. Ich möchte unbedingt wissen, wo meine beiden jetzt sind.

In einem sehr intensiven Traum, bei dem Micha und Annika mich besucht haben, habe ich die beiden gefragt, wie ich mir das Jenseits vorstellen muss. Micha antwortete darauf, dass es nur sehr schwer mit irdischen Worten zu beschreiben sei, aber ich könne mir am ehesten vorstellen, dass sie in einer Art Wohngemeinschaft mit anderen Seelen zusammen leben.

Ich habe tolle Bücher darüber gelesen. Zum Beispiel „Die blaue Insel- Ein Blick in das Leben im Jenseits“ von Estelle Stead oder „Begegnungen in der Unsichtbaren Welt – von Anthony Borgia“. Ich verschlinge alles, was mich näher zu meinen Beiden bringt.

Oft erfahre ich eine wunderschöne Nähe zu meiner Tochter und meinem Mann. Sie sind meine ständigen Begleiter und ich spüre oftmals gar keine Trennung. Das tröstet mich auch.

Ich bin offen für alles was in meinem weiteren Leben passieren wird. Ich lasse mich auf dem Fluss des Lebens treiben und nehme dankbar alle Zeichen und Wunder die mir die geistige Welt zu teil werden lässt an.

Claudia Fromme

Bitte teilen, damit dieser Text vielen Menschen wieder Mut macht.“

Angst und Angststörungen

Von Uwe Bernd Altrichter

Im Folgenden ein Artikel, der mit freundlicherweise von der Seite „www.ausgebrannteseele.wordpress.com“ bzw. von Uwe Altrichter zur Verfügung gestellt wurde – Vielen Dank nochmal dafür!

 

Angst ist wie Freude, Liebe oder Hass eine Basis-Emotion und wesentlicher Bestandteil jeder menschlichen Existenz.
Obwohl Angst für den Menschen einen wichtigen Schutzmechanismus darstellt, äußert sie sich zumeist als bedrohliche oder besorgniserregende Situation. Angstauslöser werden in objekt-bezogene oder objekt-unbestimmte Ängste unterschieden.
Es gibt Menschen, die aufrgund ihrer indiviudellen Persönlichkeit und ihren Eigenschaften ängstlicher sind, sprich häufiger und intensiver Angst fühlen als andere Menschen. >stabiles bzw. instabiles Ur-Vertrauen<
Betrachten wir Angst im Sinne einer schärfenden Schutzfunktion, so verhalten wir uns in einer Gefahrensituation wie der Flucht angemessen. Andererseits verhalten wir uns bei Bedrohungen, die folgeschwere Auswirkungen wie den Tod nach sich ziehen kann, extrem sensibel.
Aus solchen extremen Reaktionen heraus ergeben sich oft Fehlalarme und Fehlentscheidungen.
Menschen können Angst sowohl bewusst als auch unbewusst empfinden, dementsprechend erzeugt sie auch ihre Wirkungsimpulse.
  • Enstehen jedoch durch Angst konstante Kontrollverluste, mündet dieses Grundgefühl in eine Angststörung.
  • Bezieht sich diese Angststörung zu dem auf ein bestimmtes Objekt, spricht man von einer Phobie.
Generalisierte Angstzustände (Angststörungen), die sich z. B. auf belastende Lebensumstände wie
  • Familie, Partnerschaft und soziale Beziehungen
  • Arbeit und Leistung
  • Gesundheit
  • Geldsorgen
  • Alltagsprobleme

beziehen, vielleicht sogar schon mit körperlichen Beschwerden einhergehen wie z. B.

  • Herzrasen
  • Schwindel, Benommenheit
  • Übelkeit
  • innere Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Spannungskopfschmerzen

sollten unbedingt von einem Facharzt oder Psychologen abgeklärt werden.

Angstbewältigung unterliegt generell einem Prozess der Bewusstmachung, bei dem sowohl die seelische Komponente als auch die Ängste und die damit verbundenen angstauslösenden Situationen bearbeitet werden müssen.
Angststörungen und mangelhaft entwickeltes Ur-Vertrauen stehen in einem sehr engen Kontext und  immer in einer Verbindung von sehr spezifischen Reiz-Ereignissen, deren Erlebnisfolgen und Konsequenzen.
  • Was sagt Psychoanalytiker Sigmund Freud dazu?
Er unterscheidet drei Ursachen der Angst:
  • die Realangst
  • die Binnenangst
  • die moralische Angst
Die Realangst stellt sich in bedrohlichen Gefahrensituationen ein und entspricht der Furcht.
Die Furcht signalisiert Gefahren und löst angepasste Reaktionen als Antwort aus. Die natürlichen Reaktionen sind
  • Flucht
  • Ausweichen vor der Situation
  • Panik
  • Wut und Aggression
Zu den oben angeführten Reaktionsmustern zählt auch die Vitalangst, welche bei lebensbedrohlichen Krankheiten und Ereignissen auftritt.
Und an dieser Stelle definiert sich die Realangst nach S. Freud auf besondere Weise sehr treffend, wenn ich Burnout als Erschöpfungs-Syndrom mit einer affektiven Störung in Verbindung bringe:
Das Ausmaß der Realangst ist auch von Faktoren wie der
  • psychovegetativen Verfassung (Erschöpfung oder Auszehrung)
  • der Persönlichkeit und Reaktionsbereitschaft
  • der Widerstandskraft und frühkindlichen Angsterfahrungen
abhängig.
Angst erhöht die Anpassungsfähigkeit, indem sie das Erlernen neuer Reaktionen zur Bewältigung von Gefahr motiviert. Sie kann aber auch bei zu großer Intensität in Bezug auf die Gefahrenbewältigung zu unangepassten Reaktionen und selbstschädigendem Verhalten führen.
Die Binnenangst definiert sich als “neurotische Angst”. Das Ich scheint von übermäßigen Triebansprüchen überwältigt zu werden. Neurotische Angst als Form der Neurose ist eine psychische, lang andauernde Verhaltensstörung.
Sie äußert sich u. a. in
  • Zwangsstörungen
  • Phobien
  • Angststörungen
  • schizoide und paranoide Störungen
  • Hysterie
Wichtig bei der Diagnostik ist, organische  Störungen als Ursache des Fehlverhaltens auszuschließen. Neurotiker sind sich ihres Verhaltens bewusst und fähig, dessen Ursachen zu ergründen und dennoch außer Stande, ihr Verhalten zu kontrollieren.
Neurotische Angst ist kein akut auftretender Zustand. Sie durchwandert einen Entwicklungsprozess und ist Ausdruck für einen seelisch unbewussten Konflikt.
Bei den klassischen Psychoneurosen entspricht er einem ungelösten frühkindlichen Konflikt. Im Gegensatz dazu stehen Neurosen, die durch das unmittelbare Erleben ausgelöst werden.
Die moralische Angst äußert sich in Scham und Schuldgefühlen. Zur Verteidigung dieser Ängste stehen dem Ich verschiedene Abwehrmechanismen zur Verfügung.
Zwei dieser Abwehrmechanismen sind den meisten Menschen wohl bekannt – die Verdrängung und Verleugnung.
Diese sind die Voraussetzung für die Bewältigung unbewusster seelischer Konflikte und damit Grundlage zur Fähigkeit der Selbststeuerung. Sie werden der bewussten Problembewältigung bzw. Konfliktverarbeitung gegenübergestellt.
  • Liste weiterer Abwehrmechanismen
  • Unterdrückung
  • – (Herabsetzung des Selbstwertgefühls)
  • Regression
  • – (Trotzverhalten, Fresslust)
  • Verleugnung der Realität
  • Vermeidung von Triebregungen
  • Spaltung
  • – (Idealisierung versus Dämonisierung)
  • Agressionsverschiebung
  • Affekt-, Stimmungs- und Bewertungsprojektion
  • Intellektualisierung
  • – (Entfernung vom Konflikterleben, Abstraktionsbildung, theoretisches Analysieren)
  • Rationalisierung
  • – (Handlungen rein rational-logisch entscheiden, ignorieren von Emotionen)
  • Sublemierung
  • – (Nicht erfüllte Triebwünsche werden durch gesellschaftlich höher bewertete Ersatzhandlungen ersetzt und damit befriedigt)
  • Somatisierung
  • – (Konflikte in Form von körperlichen Beschwerden wahrnehmen)
  • Idealisierung
  • Autoaggression
  • (aggressive Impulse gegen sich selbst richten)
Obwohl Angst ein Grundgefühl ist, das in unserem Gehirn angelegt ist, entsteht sie nicht aus unserer Gefühlswelt heraus sondern aus unserem Denken und der Tatsache diverser Denkfehler.
  • Wir schätzen Gefahren fehlerhaft ein, in dem wir diese emotional überbewerten und rational unterbewerten
  • Wir meiden Situationen oder ergreifen die Flucht aus solchen, obwohl sie nicht gefährlich sind
  • Wir fühlen uns hilflos, weil wir unentwegt nach Sicherheit streben, obwohl es keine Garantien dafür gibt
  • Wir arbeiten bis zum Umfallen oder völligem Erschöpftsein, weil wir für unser seelischen und emotioanles Eigenleben unsensibel geworden sind
  • Wir betäuben unsere negativ angestauten Gefühle, unsere Ängstlichkeit oder Ängste mit Psychopharmaka oder Suchtmitteln, obwohl es keine Gründe dafür gibt
  • Schlussbemerkung
Stellen wir uns zum Schluss die Frage, warum wir allzu häufig diesen Denkfehlern unterliegen, uns dadurch selbst-schädigend und selbst-verletzend verhalten?
Vielleich sind Sie schon auf der richtigen Fährte. Gesundes Denken ist angesagt, denn schon der griechische Philosoph Epiktet sagte:
“Es sind nicht die Dinge, die Sie beunruhigen, sondern Ihre Sicht der Dinge.”
Gesundes Denken entspricht den Tatsachen. Die Bedeutung und Aussagekraft, die Sie einer Sache beimessen, bestimmt nahezu adäquat, wie Sie sich fühlen.
“Ihre Gedanken bestimmen Ihre Gefühle und nicht anders herum.”
Es ist stets ihre ureigene Sichtweise über die Realität, gepaart mit diesen oder jenen überzogenen Gefühlen, die Sie in Schwierigkeiten bringen. Würden Sie aber die Dinge so sehen, wie sie tatsächlich sind, dann wäre auch die Problemanfälligkeit erheblich geringer.
Ängstlichkeit und Angst ist die Reflektion verstärkter Gefühlsregungen. Wir lassen sozusagen diesen Gefühlen den unangefochtenen Vorrang vor dem Denken.
Wir geben unseren Gefühlen immer wieder nach und es fällt uns somit wesentlich schwerer oder wir fühlen uns sogar nicht mehr in der Lage, diese negativen, krankmachenden Gefühle eindeutig abzugrenzen.
Würden wir hingegen den realen Ursachen direkt ins Auge schauen und diese ansprechen, dabei lähmende Gefühle ausblenden und unser Denken an den Tatsachen orientieren, kämen wir der Vermeidung von ängstlichem Verhalten oder Angst einen wesentlichen Schritt näher.
Versuchen Sie doch einfach einmal die Einstellungs-Brille zu wechseln, die das Gesamtbild der Realität bisher nur verzerrt wiedergegeben hat.
Überwinden Sie sich bei der Aufarbeitung von Problemen stets zu folgender Frage:
“Entsprechen meine Gedanken den Tatsachen?”
… und geben Sie sich darauf eine ehrliche Antwort.
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